Datensicherheit

Die heute üblichen Messenger zeigen sehr starke Unterschiede hinsichtlich der Datensicherheit. Das liegt zum einen in der Architektur des jeweiligen Netzwerkes begründet. Zum anderen wird aber gerade diese von verschiedenen Absichten geprägt und ist immer ein Kompromiss zwischen Datensicherheit und dem Interesse an Daten. Mit dem wachsenden Bewusstsein der Menschen für den Schutz ihrer persönlichen Daten werden alle Messenger mit den entsprechenden Begriffen beworben. Aber oft sieht die Praxis anders aus als das Marketing.

Grundsätzlich gilt der Merksatz: „Bist du nicht der (zahlende) Kunde, dann bist du die Ware.“ Die meisten vordergründig kostenlosen Messenger bezahlt man indirekt, indem man sie Daten sammeln lässt, für die andere dann bezahlen.

Wer kennt nicht das Phänomen, dass man nur etwas im Internet suchen muss, um schon an anderer Stelle die passende Werbung angezeigt zu bekommen? Oder man unterhält sich mit jemandem über etwas, und bekommt kurz darauf die dazu passende Werbung eingeblendet. Die Ursache liegt in den installierten Messengern und den Einstellungen, die man für sie gemacht hat.

Der erste Schritt zur Verbesserung ist die Erlaubnis, auf das Mikrofon zuzugreifen. Darf mein Messenger das immer, nur bei Benutzung der App, oder werde ich jedesmal gefragt?

Eine weitere Möglichkeit, die Daten zu schützen, hat gar nichts mit dem Messenger zu tun. Auch andere Apps können Daten speichern und Daten von anderen Apps lesen. So auch Browser, denn manche Messenger kann man auch da benutzen. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, sich zu überlegen, was man installiert und worauf man besser verzichtet. Besondere Vorsicht ist bei den Apps geboten, die beim Kauf des Gerätes bereits vorinstalliert waren.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die gängigsten Messenger und ihre Vor- und Nachteile. Nicht immer muss man wie ein Schaf der Menge hinterhertrotten. „Den hat doch keiner“ ist ein häufiges Argument gegen einen besseren Messenger. Warum aber nicht einmal die Freunde für eine bessere Lösung begeistern? Nicht jeder kann sich ein Zweithandy leisten, nur um einen unsicheren Messenger von anderen Daten fernzuhalten.

MessengerSicherheit und HinweiseAndroidiOSWindowsMacOSLinuxBrowser
Delta Chatsehr gut
Ende-zu-Ende-verschlüsselt
Delta ChatDelta ChatDelta ChatDelta ChatDelta Chatnein, dafür
E-Mail-Client
Elementsehr gut
unabhängiges Matrix-Protokoll
Bewertung
Element XElement XElement DesktopElement DesktopElement DesktopElement Netz
Signalausgezeichnet
unabhängiges Signal-Protokoll
SignalSignalSignalSignalSignalnein
Telegramgut
Verschlüsselung zwischen Gerät und Server, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung als „geheimer Chat“
TelegramTelegramTelegramTelegramTelegramTelegram Web
Threemahervorragend
vollkommen anonym, eigenes Kommunikationsprotokoll, vielseitige Funktionen,
Kosten ab 6,00 €
Threema PrivateThreema PrivateThreema PrivateThreema PrivateThreema PrivateThreema Web
Viberschlecht
Daten werden gesammelt, angeblich nicht selbst genutzt, aber geteilt
nicht empfohlennicht empfohlennicht empfohlennicht empfohlennicht empfohlennein
WhatsAppschlecht
Daten werden gesammelt und verkauft, Sicherheit muss selbst eingestellt werden
Bewertung
nicht empfohlennicht empfohlennicht empfohlennicht empfohlennicht empfohlennicht empfohlen

Um ganz auf der sicheren Seite zu sein, kann man einige Messengerdienste auf einem eigenen Server betreiben. Das lohnt sich für Unternehmen und Vereine, aber nicht für private Nutzung. Threema bietet dafür verschiedene Optionen. Auch für Element gibt es mehrere Möglichkeiten, eigene Server zu betreiben. Darunter auch eine kostenlose Variante mit bis zu 100 Teilnehmern, die allerdings ohne professionelle Zertifizierungen angeboten wird.

Eine weitere Möglichkeit ist Nextcloud Talk, ein Messenger für Chat-, Sprach- und Videokommunikation als Bestandteil der Nextcloud-Suite, die sich mit vielen weiteren Funktionen auf einem eigenen Server betreiben lässt.